Archiv für den Monat November 2011

Twitter wieder benutzbar machen

Jetzt mal etwas ganz anderes: Die Umstellung auf das neue Web-Interface bei Twitter finde ich ja schon fürchterlich, aber ich hatte mich halbwegs dran gewöhnt.

Aber jetzt wurde auch noch das Menü geändert. Statt Erwähnungen und Retweets kommt da jetzt dieses Aktivitäts-Zeug. Irgendwer hat sich bestimmt was dabei gedacht. Aber ich kann absolut nichts damit anfangen. Mich interessiert nicht, wer wem folgt und wer wen favt usw. Das ist einfach nur wildes, belangloses Gezappel. Was ich von Twitter erwarte, ist viel Information in überichtlicher Form, und zwar so, dass ich selbst bestimmen kann, was für mich relevant ist und was nicht.

Die Leute, denen ich folge, habe ich sorgfältig ausgewählt. Deren Retweets sind meine wichtigste Informationsquelle. Das will ich sehen. Die Timeline ist zu voll mit sinnlosen Tweets und unter Aktivität sehe ich nur wildes Geflimmer.

Aber die alten Listen existieren noch. Sie sind nur nicht mehr verlinkt. Deshalb habe ich sie als Lesezeichen gespeichert und kann mich endlich wieder über andere Sachen aufregen.

Das erste Lesezeichen zeigt auf https://twitter.com/#!/mentions für die Erwähnungen, daneben habe ich einen Ordner angelegt, in dem die Links für die Retweet-Listen gespeichert sind:

https://twitter.com/#!/retweets_by_others
https://twitter.com/#!/retweets
https://twitter.com/#!/retweeted_of_mine

Perfekt wäre natürlich ein Plugin für Chrome und Firefox, mit dem sich die alte Navi wieder herstellen lässt. Mal sehen, ob ich dazu komme, ist ja nicht kompliziert.

Mir ist bisher auch kein alternativer Twitter-Client begegnet, der diese Listen übersichtlich anzeigt. Wenn Ihr einen wisst, schreibt bitte einen Kommentar.
 
Update 13.02.2012:

Twitter hat mit dem jüngsten Update des Web-Clients weiter daran gearbeitet, die Oberfläche unbenutzbar zu machen. War Twitter ursprünglich ein sehr nützliches Werkzeug zur Verbreitung von Nachrichten, entwickelt es sich langsam zu einem Klicki-Bunti-Socialmediadings. Wo genau der Nutzen für den User liegt, kann ich zur Zeit nicht erkennen.

Die oben erwähnten Retweet-Listen sind jetzt auf jeden Fall nicht mehr erreichbar.

Die Anzeige der Direktnachrichten ist nun gut versteckt und extrem unübersichtlich.

Dazu kommen noch so nette Tricks wie vertauschte Buttons in der Retweet-Funktion, so dass man intuitiv erst mal daneben klickt.

Oben habe ich beschrieben, warum die Retweet-Listen für mich das wichtigste Feature sind. Die lassen sich jetzt nur noch mit einem Workaround wie einer externen App nutzen.

Dafür nutze ich jetzt erst mal http://timelinetweets.com – das sieht ganz brauchbar aus.

Wer eine bessere Lösung kennt, möge sich bitte melden.

Update 14.02.2012:
Die bessere Lösung heißt für mich im Moment HootSuite. Da lassen sich alle Listen anzeigen, Retweets, DM, Timeline, eigene Listen usw. Bis jetzt erst einen Tag getestet und mich nervt nur, dass der native URL-Verkürzer von Twitter (t.co) nicht nutzbar ist (zumindest habe ich noch keine Möglichkeit entdeckt).

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Pong-Uhren, Open Design und Urheberrecht

Das Pong-Spiel, ursprünglich 1992 von Atari auf den Markt gebracht, dürfte zu den bekanntesten Computerspielen überhaupt gehören. Die größte spielbare Version ist vermutlich die Umsetzung des CCC im Projekt Blinkenlights.

Schön, dass irgendwann mal jemand auf die Idee gekommen ist, das als Uhr umzusetzen. Die erste marktreife Pong-Uhr stammt vermutlich aus dem Jahr 2005, wurde von Sander Mulder entworfen und war innerhalb eines Tages ausverkauft, bei einer Auflage von 200 Stück.

Die beiden Punktezähler dienen hier als Anzeige für Stunden und Minuten, wobei das Spiel automatisch so gesteuert wird, dass die aktuelle Punktzahl der Uhrzeit entspricht.

Inzwischen gibt es auch eine Open-Source-Version, die selbst aufgebaut und verändert werden kann. Sie heißt Monochron und ist bei ladyada.net zu bekommen.

Der Aufbau ist für maximale Hackability konzipiert. Die Rechnerei übernimmt ein Microcontroller ATmega328 von Atmel und sogar ein Arduino-Bootloader ist an Bord. Umgerechnet 60 Euro sind für komplette Selbstbau-Kits wenig Geld. Aber man kann auch Platinenlayout, Zeichnungen und Teilelisten herunterladen und alles selbst bauen.

Besonders gefällt mir natürlich die offene Lizenz. Die Software (Firmware) steht unter GPL, Hardware und Design unter CC BY-SA (ShareAlike). Eigene Projekte lassen sich damit auch kommerziell nutzen, Namensnennung vorausgesetzt. Über das Thema Open Design hatte ich hier schon mal geschrieben.

Das bringt mich zu der Frage, wie es mit dem Urheberrecht aussieht, wenn Gegenstände nicht unter offenen Lizenzen stehen und zum Beispiel mit 3D-Druckern (Rapid Prototyping) kopiert werden können. Da wird vermutlich noch eine endlose Diskussion und viel Lobbyarbeit von Seiten der Industrie stattfinden, natürlich nicht, ohne viele neue Gesetze zu fordern. Bei neunetz.com hat Marcel Weiss einen ausführlicheren Artikel dazu geschrieben.

Schreibtisch-Schau bei Gilly

Bei Gilly’s playground gibt es wieder eine Gelegenheit, den eigenen Arbeitsplatz zur Besichtigung auszustellen.

Ich weiß, die Idee “Zeigt her euren Schreibtisch” ist nicht neu. Aber so wie ich das sehe, gab es die Aktion schon des Längeren nicht mehr in der Blogosphäre (zumindest habe ich davon nichts mitbekommen). Auf die Idee, mal wieder eine solche Blogparade zu machen, kam ich beim Lesen von Sascha Pallenbergs Blogpost “Ein kleiner Blick auf meinen Patchwork-Schreibtisch – Apple, Sony, Samsung und Microsoft“.

Ich persönlich finde es immer total spannend, mir die Schreibtische von anderen Bloggern anzusehen. Mein eigener Schreibtisch war das letzte Mal im Rahmen der “Zeigt her euren Arbeitsplatz“-Aktion vom LG-Blog im Februar 2010 im Netz zu sehen.

Hier im Blog habe ich vor einiger Zeit schon ein paar weitere solcher Projekte vorgestellt: Deskography, Stylespion und Sinn-Frei.

Bei Gilly kommt noch eine Blogparade mit Verlosung dazu:

Jetzt kommt ihr ins Spiel! Ich will eure Schreibtische sehen und wissen, mit welcher Hardware ihr arbeitet, zockt, bloggt usw.

In guter alter Tradition, gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen:

  1. 1x Das absolut kultige Android-iPhone Hero H2000 mit Dual-SIM-Slot.
  2. 2x 25€ Amazon Gutschein

Am Gewinnspiel kann jeder teilnehmen, der über seinen Schreibtisch bloggt und diesen Beitrag hier verlinkt.

Mein neuer Schreibtisch ist leider noch zu klein, um daran teilzunehmen, schätze ich. Immerhin ist die 1:10-Version jetzt fertig, nur die Tischplatte ist noch etwas blass.

Die 1:1-Version geht wohl erst im nächsten Jahr in Produktion.

Die Aktion bei Gilly läuft noch bis zum 1. Dezember 2011.

Also: Zeigt her Euren Schreibtisch!

Kantbank bald fertig

So langsam muss ich ja mal zeigen, dass meine Konstruktionen nicht nur virtuell existieren. Mein Kantbank-Selbstbau nähert sich der Fertigstellung. Alle Teile sind fertig, aber erst mal nur verschraubt, damit ich alles genau justieren kann. Sie ist also noch nicht belastbar (außer mit dünnem Aluminium-Blech zum testen), außerdem sollen noch Verstärkungen an die Stellen mit der höchsten Biegespannung.

Ganz oben sind die beiden Stellschrauben für die Einstellung des Biegeradius zu sehen. Dann kommt der obere Rahmen, der mit den beiden Exzenter-Hebeln auf den unteren Rahmen gepresst wird, wenn das Blech dazwischen liegt. Das untere Teil ist die schwenkbare Biegekante. Auf dem Foto fehlen noch die Griffe. Das Ganze wird natürlich noch schön lackiert, sobald es fertig geschweißt ist.

Vom Versuch, Autodesk 123D zu testen

„3D for everyone“ – so wirbt Autodesk für eine neue 3D-Software, die kostenlos verfügbar sein soll. Die Windows-Version von 123D habe ich mir heruntergeladen. Ein halbes Gigabyte. Das muss ja ein tolles Teil sein. Mein alter Rechner erfüllt die Mindestanforderungen für die Installation noch ganz gut.

Nach dem ewig langen Download beginne ich also mit der Installation. Die dauert auch extrem lang und außerdem werden noch zwei Materialsammlungen installiert. Überraschung: Ich kann nicht entscheiden, wo 123D installiert werden soll. Es landet immer auf c:\autodesk. Na gut, ist ’ne Beta, wenn auch in Version 7. Vielleicht ändert sich das noch.

Bei der Installation wird offenbar nicht geprüft, ob die Grafik-Konfiguration des Systems mit 123D kompatibel ist. Die Überraschung kommt nach dem Start des Programms (der auch sehr lange dauert). Es erscheint eine Fehlermeldung. Im Forum bei Autodesk gibt es Hilfe. Ich soll DirectX 9 installieren. Version 11 ist installiert. Der freundliche Support-Mitarbeiter im Forum sagt, ich solle trotzdem Version 9 installieren und hält auch gleich einen Link zu Microsoft bereit. Habe ich gemacht. Dadurch ändert sich genau nichts. Die Fehlermeldung meint, ich solle eine Farbtiefe von 24 Bit einstellen. 32 sind eingestellt, als Alternative bleibt 16 Bit. Meine NVIDIA bietet in den Einstellungen keine 24 Bit an.

Also noch mal aktuelle Treiber installieren, 123D wieder runter von der Platte, noch mal neu installieren. Diesmal bleibt schon die Installation bei den Materialbibliotheken hängen.

So weit die Kurzfassung. Insgesamt war ich einen ganzen Tag damit beschäftigt.

Google SketchUp funktioniert und braucht nur 76 MB auf der Platte.  Bei Blender sind es 81. Beide Programme arbeiten blitzschnell und zuverlässig, sind auch auf alten Kisten lauffähig und in wenigen Minuten installiert.

Also kann es Autodesk offenbar einfach nicht. Schade. Ich arbeite seit 15 Jahren mit Autocad und mag daran ganz viel. Allerdings ist auch da zu merken, dass in den letzten Jahren immer mehr rumgepatcht wurde und der Aufwand längst die Leistung übersteigt.

Fazit: 123D ist ein Griff ins Klo. Vielleicht teste ich das fertige Release noch mal, aber viel verspreche ich mir davon nicht. Ein Blick ins Forum zeigt, dass die Zahl der Probleme recht groß ist und ich erwarte nicht, dass bis zum Final Release eine wirklich brauchbare Software zustande kommt.

Update:

Zumindest die Windows-Version von 123D kann man wohl als „broken by design“ bezeichnen.

Andere User berichten im Forum, dass die Installation auch fehlschlägt, wenn bestimmte Fonts nicht auf dem System vorhanden sind. Unter XP braucht man das wohl überhaupt nicht erst zu versuchen.

Zur Zeit scheint der Download auch deaktiviert zu sein. Wer es versucht, landet in einer Endlos-Schleife von Download-Screens. (Stand 8. Dezember 2011)

Mich schockiert sowas schon etwas. Bei Autodesk sitzen nun wahrlich nicht nur Anfänger.