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Vom Versuch, Autodesk 123D zu testen

„3D for everyone“ – so wirbt Autodesk für eine neue 3D-Software, die kostenlos verfügbar sein soll. Die Windows-Version von 123D habe ich mir heruntergeladen. Ein halbes Gigabyte. Das muss ja ein tolles Teil sein. Mein alter Rechner erfüllt die Mindestanforderungen für die Installation noch ganz gut.

Nach dem ewig langen Download beginne ich also mit der Installation. Die dauert auch extrem lang und außerdem werden noch zwei Materialsammlungen installiert. Überraschung: Ich kann nicht entscheiden, wo 123D installiert werden soll. Es landet immer auf c:\autodesk. Na gut, ist ’ne Beta, wenn auch in Version 7. Vielleicht ändert sich das noch.

Bei der Installation wird offenbar nicht geprüft, ob die Grafik-Konfiguration des Systems mit 123D kompatibel ist. Die Überraschung kommt nach dem Start des Programms (der auch sehr lange dauert). Es erscheint eine Fehlermeldung. Im Forum bei Autodesk gibt es Hilfe. Ich soll DirectX 9 installieren. Version 11 ist installiert. Der freundliche Support-Mitarbeiter im Forum sagt, ich solle trotzdem Version 9 installieren und hält auch gleich einen Link zu Microsoft bereit. Habe ich gemacht. Dadurch ändert sich genau nichts. Die Fehlermeldung meint, ich solle eine Farbtiefe von 24 Bit einstellen. 32 sind eingestellt, als Alternative bleibt 16 Bit. Meine NVIDIA bietet in den Einstellungen keine 24 Bit an.

Also noch mal aktuelle Treiber installieren, 123D wieder runter von der Platte, noch mal neu installieren. Diesmal bleibt schon die Installation bei den Materialbibliotheken hängen.

So weit die Kurzfassung. Insgesamt war ich einen ganzen Tag damit beschäftigt.

Google SketchUp funktioniert und braucht nur 76 MB auf der Platte.  Bei Blender sind es 81. Beide Programme arbeiten blitzschnell und zuverlässig, sind auch auf alten Kisten lauffähig und in wenigen Minuten installiert.

Also kann es Autodesk offenbar einfach nicht. Schade. Ich arbeite seit 15 Jahren mit Autocad und mag daran ganz viel. Allerdings ist auch da zu merken, dass in den letzten Jahren immer mehr rumgepatcht wurde und der Aufwand längst die Leistung übersteigt.

Fazit: 123D ist ein Griff ins Klo. Vielleicht teste ich das fertige Release noch mal, aber viel verspreche ich mir davon nicht. Ein Blick ins Forum zeigt, dass die Zahl der Probleme recht groß ist und ich erwarte nicht, dass bis zum Final Release eine wirklich brauchbare Software zustande kommt.

Update:

Zumindest die Windows-Version von 123D kann man wohl als „broken by design“ bezeichnen.

Andere User berichten im Forum, dass die Installation auch fehlschlägt, wenn bestimmte Fonts nicht auf dem System vorhanden sind. Unter XP braucht man das wohl überhaupt nicht erst zu versuchen.

Zur Zeit scheint der Download auch deaktiviert zu sein. Wer es versucht, landet in einer Endlos-Schleife von Download-Screens. (Stand 8. Dezember 2011)

Mich schockiert sowas schon etwas. Bei Autodesk sitzen nun wahrlich nicht nur Anfänger.

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