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Pong-Uhren, Open Design und Urheberrecht

Das Pong-Spiel, ursprünglich 1992 von Atari auf den Markt gebracht, dürfte zu den bekanntesten Computerspielen überhaupt gehören. Die größte spielbare Version ist vermutlich die Umsetzung des CCC im Projekt Blinkenlights.

Schön, dass irgendwann mal jemand auf die Idee gekommen ist, das als Uhr umzusetzen. Die erste marktreife Pong-Uhr stammt vermutlich aus dem Jahr 2005, wurde von Sander Mulder entworfen und war innerhalb eines Tages ausverkauft, bei einer Auflage von 200 Stück.

Die beiden Punktezähler dienen hier als Anzeige für Stunden und Minuten, wobei das Spiel automatisch so gesteuert wird, dass die aktuelle Punktzahl der Uhrzeit entspricht.

Inzwischen gibt es auch eine Open-Source-Version, die selbst aufgebaut und verändert werden kann. Sie heißt Monochron und ist bei ladyada.net zu bekommen.

Der Aufbau ist für maximale Hackability konzipiert. Die Rechnerei übernimmt ein Microcontroller ATmega328 von Atmel und sogar ein Arduino-Bootloader ist an Bord. Umgerechnet 60 Euro sind für komplette Selbstbau-Kits wenig Geld. Aber man kann auch Platinenlayout, Zeichnungen und Teilelisten herunterladen und alles selbst bauen.

Besonders gefällt mir natürlich die offene Lizenz. Die Software (Firmware) steht unter GPL, Hardware und Design unter CC BY-SA (ShareAlike). Eigene Projekte lassen sich damit auch kommerziell nutzen, Namensnennung vorausgesetzt. Über das Thema Open Design hatte ich hier schon mal geschrieben.

Das bringt mich zu der Frage, wie es mit dem Urheberrecht aussieht, wenn Gegenstände nicht unter offenen Lizenzen stehen und zum Beispiel mit 3D-Druckern (Rapid Prototyping) kopiert werden können. Da wird vermutlich noch eine endlose Diskussion und viel Lobbyarbeit von Seiten der Industrie stattfinden, natürlich nicht, ohne viele neue Gesetze zu fordern. Bei neunetz.com hat Marcel Weiss einen ausführlicheren Artikel dazu geschrieben.

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Open Design – Eine kritische Betrachtung

Letztes Jahr sorgte eine Meldung bei Futurezone für etwas Wirbel in der Design-Blogosphäre: Der Produkt- und Möbeldesigner Ronen Kadushin stellt seine Entwürfe unter eine CC-Lizenz (Creative Commons), um sie so Privatleuten kostenlos verfügbar zu machen und zur Weiterentwicklung anzuregen. Die Futurezone-Meldung ist leider nicht mehr verfügbar, weil sie noch zu ORF-Zeiten geschrieben wurde. depub.org wollte die Inhalte zwar übernehmen, ist aber inzwischen selbst komplett verschwunden. Schade.

Wie sich Kadushin das mit dem Open Design vorgestellt hat, erläutert er auf seiner Seite:

Open Design is a personal attempt to close a creativity gap between product design and other fields (music, graphic design, animation and photography), Which found their creative output in phase with the realities of information technology and economics.
The Open Design method is based on the principles of the already successful Open Source method that revolutionized the software industry, and gave birth to a social movement that is cooperative, community-minded and seeks legitimate ways of sharing creativity.

Seine Entwürfe sollen demnach als CAD-Dateien für CNC-Maschinen für Privatleute frei verfügbar sein.

Hier sind noch ein paar Artikel zum Thema Open Design.
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